Updated: 11/05/2012

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-  Myanmar: Bundesrat hebt Sanktionen teilweise auf
-  Myanmar: Parlamentspräsident besucht erstmals Deutschland
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Myanmar: Bundesrat hebt Sanktionen teilweise auf
Schweizmagazin.ch – 10.5.2012

Der Bundesrat hat am 9. Mai 2012 die Aufhebung der Sanktionen gegenüber Myanmar (Burma) beschlossen, mit Ausnahme des Rüstungs- und Repressionsgüterembargos. Damit konkretisiert er seine früheren Entscheide zur Sanktionslockerung. Der Bundesrat reagiert mit diesen Beschlüssen auf die in den letzten Monaten verzeichneten Fortschritte in den Bereichen Menschenrechte und Demokratisierung in diesem südostasiatischen Land.

Mit der am 9. Mai 2012 genehmigten Verordnungsänderung werden alle Zwangsmassnahmen gegenüber Myanmar, mit Ausnahme des Rüstungs- und Repressionsgüterembargos, aufgehoben. Die Verordnung tritt am 10. Mai 2012 in Kraft. Bereits anlässlich seiner Sitzungen vom 18. und 25. April 2012 hatte der Bundesrat beschlossen, die Sanktionen gegenüber Myanmar zu lockern und die Umsetzung in die Wege zu leiten; das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) wurde beauftragt, dem Bundesrat einen Antrag zur Anpassung der Verordnung über Massnahmen gegenüber Myanmar vorzulegen.

Die EU hatte am 26. April 2012 beschlossen, die Sanktionen gegenüber Myanmar, ebenfalls mit Ausnahme des Rüstungsbereichs, zu suspendieren. Auch andere Staaten wie Norwegen und Kanada hoben ihre Sanktionen gegenüber Myanmar ganz oder teilweise auf.

Der Bundesrat begrüsst die in den letzten Monaten verzeichneten positiven Entwicklungen in Myanmar. Mit der teilweisen Aufhebung der Sanktionen will der Bundesrat die Reformbestrebungen unterstützen. Falls sich die politische Situation im Land jedoch wesentlich verschlechtern sollte, ist der Bundesrat bereit, die Zwangsmassnahmen gegenüber Myanmar im Einklang mit den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz wieder zu verschärfen.

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Myanmar: Parlamentspräsident besucht erstmals Deutschland
Freie PresseMitteilungen & News – 7.5.2012

(ddp direct) München. Der neu gewählte Parlamentspräsident von Myanmar, Thura Shwe Mann, ist am Morgen (7.5.2012) in München vom Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Staatsminister a.D. Hans Zehetmair, zu Gesprächen empfangen worden. Der ranghohe Politiker aus dem südostasiatischen Land hält sich auf Einladung der CSU-nahen Stiftung mit einer 8-köpfigen Delegation bis Mittwoch in Deutschland auf. Dies ist die erste Parlamentariergruppe aus Myanmar, die Europa besucht. Die Stiftung berät das Parlament bei den weiteren Reform- und Demokratisierungsvorhaben. Der Besuch von Parlamentspräsident Thura Shwe Mann markiert den Beginn normalisierter Beziehungen nach Ende der rund 50-jährigen Militärdiktatur.

Thura Shwe Mann wird von weiteren vier Ausschussvorsitzenden des myanmarischen Parlaments sowie von zwei Abgeordneten der Opposition begleitet. Die Delegation ist in Deutschland seit 1987 die erste hochrangige Besuchergruppe nach Staatspräsident Sun Yu. Ziel des Besuchs in München, Berlin und Brüssel ist es, das parlamentarische System in Europa vorzustellen: Themen wie Funktionsweise einer parlamentarischen Demokratie, Förderalismus, Koalitionsregierungen und die Rolle der Opposition stehen auf dem Programm.

Hans Zehetmair, der im letzten Jahr die 15 Jahre in Myanmar unter Hausarrest stehende Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi treffen konnte, zeigte sich gegenüber Thura Shwe Mann höchst erfreut über die signifikanten Änderungen der Regierungspolitik seit der Bildung des Parlaments im Frühjahr 2011: "Das Reformtempo in Myanmar beeindruckt sehr, als Hanns-Seidel-Stiftung bekunden wir die Unterstützung weiterer Reformen!"

Die Stiftung ist seit 1994 mit Maßnahmen in Myanmar aktiv, die eine Integration des Landes in den asiatischen Staatenbund ASEAN unterstützten, aber auch Marktliberalisierung und Schaffung von Umweltrecht betreffen.

Parlamentspräsident Thura Shwe Mann zeigte sich vom bisherigen Engagement beeindruckt und signalisierte seinen Willen, die Lizenzerteilung zur Eröffnung einer Vertretung der Hanns-Seidel-Stiftung in Myanmar zu unterstützen. "Myanmar hat erkannt, dass für die Fortentwicklung und den Wohlstand die Demokratie eine wichtige Voraussetzung ist. Den eingeschlagenen Weg werden wir konsequent fortsetzen, das Parlament spielt hierfür die entscheidende Rolle", erklärte Thura Shwe Mann zum Auftakt seines bis 12. Mai andauernden Europabesuchs. Auf dem Programm stehen Gespräche mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Außenminister Guido Westerwelle, Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie in Brüssel mit Parlamentspräsident Martin Schulz und Kommissionspräsident Jose Barroso.

Thura Shwe Mann gehört zur Fraktion der Reformer und hat den Öffnungsprozess in den letzen Monaten (Entlassung politischer Gefangener, Stopp von chinesischen Infrastrukturprojekten, Wiederzulassung der NLD, saubere Nachwahlen, Einzug von Auung San Suu Kyi ins Parlament, Einführung eines flexiblen Wechselkurses, etc.) entscheidend mitgestaltet. Thura Shwe Mann und Staatspräsident Thein Sein haben ihr politisches Schicksal eng mit der Reform verbunden. Sie müssen sich dabei gegen die Hardliner in der Regierung und im Militär durchsetzen, denen dieser Öffnungsprozess missfällt und haben deshalb nachdrücklich um ausländische Unterstützung gebeten.

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-  Suu Kyi erhält einen Pass
-  Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi sieht sich als Strategin
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Suu Kyi erhält einen Pass: Birmanische Oppositionsführerin kommt nach Europa
Welt Online - 08.05.2012

Rangun (dapd). Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat nach 24 Jahren erstmals einen Pass erhalten. Ein Vertreter ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), sagte, Suu Kyi habe am Dienstag vor ihren geplanten Reisen nach Norwegen und Großbritannien den Ausweis vom Innenministerium ausgehändigt bekommen.

Suu Kyi hatte ihren Pass abgeben müssen, als sie 1988 nach Birma zurückgekehrt war, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Die Friedensnobelpreisträgerin verbrachte 15 Jahre unter Hausarrest. Sie lehnte aus Angst, nicht mehr nach Birma einreisen zu dürfen, etliche Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, ab. Eine neue Regierung führte eine Reihe von Reformen ein und Suu Kyi wurde im April Parlamentsabgeordnete.

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Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi sieht sich als Strategin: Im Interview spricht die Friedensnobelpreisträgerin über ihre Träume, ihre Kompromissbereitschaft, Birmas Zukunft und Deutschland Hilfe.
Berliner Morgenpost Online – 8.5.2012

Die „Lady“ empfängt in ihrem Haus. „Lady“, so wird die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi huldvoll vom Volk in Birma genannt. Hier in ihrem Haus in Rangun war sie die längste Zeit der vergangenen 22 Jahre von der bis vor Kurzem regierenden Militärjunta unter Hausarrest gestellt worden. In der vergangenen Woche boykottierte die Friedensnobelpreisträgerin mit 42 anderen neu gewählten Abgeordneten ihrer Oppositionspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) die Auftaktsitzung des Parlaments, weil sie nicht auf eine noch von der Militärdiktatur geschriebene Verfassung schwören wollte. Doch schließlich lenkte die 66-Jährige ein, bestand nicht auf einer Änderung des Eides.

Morgenpost Online: Warum haben Sie Ihren Widerstand gegen den Parlamentseid aufgegeben?

Aung San Suu Kyi: Wir wollten das Thema Parlamentseid nie zu einer politischen Auseinandersetzung machen, wie manche Leute das verstanden haben. Für uns ist das eine rechtliche Angelegenheit, eine technische. Es gibt viele Widersprüche in den Parlamentsregeln, etwa bei der Eidesformel oder den Ausführungsbestimmungen für die tägliche Arbeit der Abgeordneten. Darüber muss man reden. Wir gehen prinzipiell davon aus, dass Verhandlungen zu Lösungen führen. Hier geht es um den Weg zu einem Rechtsstaat.

Morgenpost Online: Viele Leute haben gesagt, Aung San Suu Kyis anfänglicher Boykott des Parlaments kam zur falschen Zeit. Er stärkt nur die Kräfte, die das Rad in Birma wieder zurückdrehen wollen.

Suu Kyi: Diejenigen, die das gesagt haben, verstehen die komplexe Situation nicht.

Morgenpost Online: Können Sie sich vorstellen, eines Tages Präsidentin Ihres Landes zu sein?

Suu Kyi: Ich kann mich als alles sehen, was das Volk will. Aber nur innerhalb demokratischer Strukturen und Praxis.

Morgenpost Online: In diesem Haus waren Sie lange eingesperrt. Träumen Sie jetzt manchmal, Sie würden wach werden, und Soldaten haben das Grundstück wieder abgeriegelt?

Suu Kyi: Nein, so was träume ich nie. Ich träume nur von ganz simplen Sachen. Meist von dem, was am nächsten Tag so ansteht.

Morgenpost Online: Immer schon?

Suu Kyi: Ja, ich bin sehr praktisch.

Morgenpost Online: Wann hatten Sie in der Zeit von der Freilassung bis heute das Gefühl, dass Sie das Heft wieder selbst in der Hand halten – statt dass jemand nur über Sie entscheidet oder Sie instrumentalisiert?

Suu Kyi: Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mich zu einem Spielball machen lasse. Was immer ich getan habe, habe ich aus eigenem, freiem Willen getan. Es war meine Wahl. Und ich hatte immer die Wahl, die Dinge zu tun, die ich wollte. Ich habe mich von niemandem je instrumentalisieren lassen.

Morgenpost Online: Selbst unter Ihren Vertrauten gab es welche, die gesagt haben, Aung San Suu Kyi ist die moralische Leitfigur, aber sie ist keine geborene Strategin. Was sagen Sie dazu?

Suu Kyi: Wenn wir strategisch so unfähig wären, dann wären wir nicht da, wo wir jetzt sind.

Morgenpost Online: Was muss auf diesem langen Weg zur Demokratie und Versöhnung in Birma zuerst erledigt werden?

Suu Kyi: Die Bedürfnisse der Menschen stehen über allem. Aber ihre Erfüllung muss mit den politischen Reformen Hand in Hand gehen. Wenn wir absichern wollen, was wir für das Volk zu tun haben, dann brauchen wir die Reform. Armutsbekämpfung ist nur dauerhaft und erfolgreich möglich, wenn die Menschen auch ihre Rechte verteidigen können.

Morgenpost Online: Ist der amtierende Präsident Thein Sein ein guter Mann?

Suu Kyi: Ich glaube, das ist er.

Morgenpost Online: Und wie wollen Sie all die anderen Kräfte in den Prozess einbinden? Das Militär ist ja noch da.

Suu Kyi: Ich bin nicht diejenige, die es allein tun kann und wird. Wir müssen zusammenarbeiten, uns vereinen bei der Aufgabe, aus unserem Land einen sicheren und glücklichen Ort für unsere Menschen zu machen. Ich habe nie Rachegedanken gehabt wegen der Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind. Ich denke, die Zukunft zählt mehr als der Blick zurück. Die Vergangenheit sollte uns sehr wohl wichtige Lektionen lehren, aber sie sollte uns nicht im Griff halten.

Morgenpost Online: Im Moment kommen viele Glücksritter nach Birma, um das große Geschäft zu machen. Wie kann Birma Fehler vermeiden, die in anderen Ländern, die sich plötzlich geöffnet haben, gemacht wurden?

Suu Kyi: Es gibt Dinge, die können die Länder tun, die uns helfen wollen. Und es gibt Dinge, die müssen wir selbst tun. Natürlich müssen wir darauf achten, dass wir eine vernünftige Wirtschaftsgesetzgebung bekommen und eventuelle Investitionen gesteuert werden. Dafür brauchen wir rechtsstaatliche Instrumente. Was andere Länder und auch die Vereinten Nationen angeht: Wir brauchen eine vernünftige Koordination. Jeder hat noch das Beispiel von Kambodscha vor Augen, wo immense Summen an Hilfsgeldern hineingepumpt wurden. Aber vieles davon war verschwendet, weil nichts vernünftig miteinander koordiniert war. Einer der Vorteile, jetzt so weit hinter vielen anderen Ländern zurückzuliegen, ist, dass wir von deren Fehlern lernen können.

Morgenpost Online: Was haben Sie bei Ihren Reisen über Land im Wahlkampf gelernt?

Suu Kyi: Ich muss sagen, die Situation für die Mehrheit unserer Bevölkerung hat sich nicht verändert. Ich sehe dieselbe verbreitete Armut, die ich schon vor vielen, vielen Jahren gesehen habe.

Morgenpost Online: Wie kann das Land da herauskommen?

Suu Kyi: Ich glaube nicht an Hilfe als reine Geldleistung. Die Leute müssen sich selbst helfen. Oder man hilft ihnen, sich selbst zu helfen. Egal ob Entwicklungshilfe oder Nothilfe: Sie sollte immer so gewährt werden, dass die Menschen damit gestärkt werden und sich von Unterstützung oder Bevormundung durch die Regierung unabhängiger machen können.

Morgenpost Online: Ihre jungen Mitstreiter von damals sind älter geworden. Vielen waren selbst jahrelang im Gefängnis. Welche junge Basis hat Ihre Partei heute?

Suu Kyi: Wir haben einen unglaublichen Zulauf an jungen Leuten zwischen 20 und 30 Jahren. Auch im Wahlkampf waren so viele junge Menschen beteiligt und voller Enthusiasmus. Wir versuchen, unseren jungen Leuten praktisches Training zu geben. Sie wissen, dass das Bildungssystem in Birma in schlechtem Zustand ist. Die Tatsache, dass jemand hier einen akademischen Abschluss hat, heißt noch nicht, dass er wirklich in der Lage ist, irgendeinen Beruf auszuüben. Unsere Leute bekommen Englischkurse, die Partei unterrichtet auch in Wirtschaft oder Recht. Wir haben kostenlose Schulen eingerichtet und sogar ein Aids-Zentrum.

Morgenpost Online: Wie könnte Deutschland bei alldem helfen? Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle war jüngst bei Ihnen.

Suu Kyi: Ich habe dem deutschen Außenminister gesagt, dass ich vor allem an Unterstützung mit Berufsausbildungsprogrammen interessiert bin, die unterprivilegierten jungen Leuten helfen können. Wir haben so viele Absolventen von Schulen oder Universitäten im Land, die arbeitslos sind. In meinem Wahlkreis zum Beispiel finden 75 Prozent der jungen Menschen mit Schulabschluss keinen Job. Deren Potenzial muss aber auch erst einmal entwickelt werden.

Morgenpost Online: Haben Sie einen Internetanschluss zu Hause, und können Sie damit umgehen?

Suu Kyi: Ja, habe ich. Aber ich verbringe nicht viel Zeit damit. Ich muss gestehen, ich nutze meinen Laptop hauptsächlich, um Reden und Artikel zu schreiben. Wenn ich etwas herunterladen möchte, dann frage ich andere, ob sie das für mich tun können.

Morgenpost Online: Sie haben angekündigt, bald zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren außer Landes zu reisen. Wohin reisen Sie, und was werden Sie tun?

Suu Kyi: Die Planung ist noch nicht abgeschlossen, aber ich hoffe, dass ich nach Europa reisen werde.

Morgenpost Online: Ängstigt Sie die Vorstellung, dass die Welt da draußen fremd und anders geworden sein könnte? Sie waren so lange eingesperrt. Seit Ende der 80er-Jahre hat sich viel verändert. Ist da womöglich Neugier und Furcht zugleich?

Suu Kyi: Ich freue mich darauf. Es sollte kein Schock werden, denn ich habe mich über die Entwicklungen in der Welt immer informiert, habe versucht dranzubleiben. Wann immer der Hausarrest mal unterbrochen war, hatte ich auch keine Schwierigkeiten, mich neuen Gegebenheiten anzupassen.

Morgenpost Online: Wann werden Sie Ihre beiden Söhne das nächste Mal sehen?

Suu Kyi: Wenn ich reise, hoffe ich.

Morgenpost Online: Und dann gehen Sie erst einmal nach Norwegen, um die Nobelpreis-Ehrung entgegenzunehmen?

Suu Kyi: Die Auszeichnung wurde meinen Söhnen damals ja mitgegeben. Aber wenn ich nach Norwegen reise, dann werde ich sicher nicht umhinkommen, die Rede zum Nobelpreis nachträglich zu halten.

Morgenpost Online: Wir sitzen unter einem gemalten Porträt Ihres Vaters, General Aung San, der schon für Birmas Freiheit gekämpft hat. Komplettieren Sie in gewisser Weise sein Lebenswerk?

Suu Kyi: So habe ich das nie gesehen. Sicher hat er mich sehr inspiriert, aber ich sehe mich nicht so, dass ich seine Bestimmung zu Ende führe. Sein Leben war seines.

Morgenpost Online: Sie wollen auch nicht als Legende gesehen werden?

Suu Kyi: Nein. Ich arbeite zu hart, um eine Legende zu sein. Wenn Leute mich so sehen, als lebende Legende, dann heißt das auch, dass sie nicht mehr wahrnehmen können, wie viel alltägliche Arbeit tatsächlich dahintersteckt.

Peter Kunz ist Südostasien-Korrespondent des ZDF

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-  Birma: Parlament ohne Suu Kyi eröffnet
-  Innenpolitik - Birma: Birmas Präsident bleibt im Streit um Amtseid hart
-  EU setzt Birma-Sanktionen aus
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Birma: Parlament ohne Suu Kyi eröffnet
Deutsche Presse-Agentur – 23.4.2012

Naypyidaw - In einer ersten Kraftprobe zwischen der Regierung Birmas und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi haben am Montag beide Seiten auf stur geschaltet.

Weil die frisch ins Parlament gewählte Suu Kyi (66) sich weigerte, einen Amtseid abzulegen, in dem sie den Schutz der umstrittenen Verfassung geloben soll, blieb sie der Sitzung fern. 36 weitere Mitglieder ihrer Partei, die am 1. April auch Sitze im Unterhaus gewonnen hatten, taten es ihr gleich. Ungeachtet der Auseinandersetzung setzte die Europäische Union in Anerkennung der Reformbemühungen des einstigen Militärdiktatur praktisch alle Sanktionen gegen Birma am Montag aus.

«Wir halten nur an unseren Prinzipien fest», sagte der Sprecher von Suu Kyis Partei, der Nationalliga für Demokratie (NLD), Nyan Win. Er bot an, das Wort «Schutz» in der Eidesformel durch «Respekt» zu ersetzen. Präsident Thein Sein ließ bei einem Besuch in Japan nach Angaben von mitreisenden Journalisten keine Kompromissbereitschaft erkennen. «Es ist ihre Entscheidung, wir würden sie im Parlament begrüßen» sagte er.

Der Amtseid könne nur von den Abgeordneten geändert werden, meinten Rechtsexperten. Ein Viertel der Sitze ist laut Verfassung für das Militär reserviert - ein Artikel, für dessen Änderung sich Suu Kyi einsetzen will. Die militärnahe USDP hält mehr als Dreiviertel der restlichen Sitze. Präsident Thein Sein ist ihr Vorsitzender. Die Partei blieb auch hart: «Ich habe keine Pläne, die Formulierung zu ändern, das ist keine wichtige Sache», meinte Aung Thaung, Mitglied des Parteivorstands.

Suu Kyi hatte mit ihrer Partei Nationalliga für Demokratie (NLD) bei den Nachwahlen am 1. April zum Parlament 43 von 45 Sitzen gewonnen, davon 37 im Unterhaus. Die siegreichen Kandidaten sollten am Montag an ihrer ersten Sitzung teilnehmen.

Ein Sprecher der Partei National League Force (NLF), die sich 2010 von der NLD abspaltete, um schon damals an den Wahlen teilnehmen zu können, drängte Suu Kyi zu Kompromissen. «Wenn sie jetzt nicht an den Parlamentssitzungen teilnehmen, ignorieren sie den Wunsch des Volkes», sagte der Parteivorsitzende Kwin Maung Swe. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass der ganze Annäherungsprozess (zwischen Suu Kyi und der Regierung) wegen so einer Sache auseinanderfällt», meinte ein europäischer Diplomat in Rangun. «Aber die Leute sind ziemlich dickköpfig hier.»

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Innenpolitik - Birma: Birmas Präsident bleibt im Streit um Amtseid hart
Deutsche Presse-Agentur – 23.4.2012

Tokio - Birmas Präsident Thein Sein will im Streit um den den Amtseid für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi als Parlamentsabgeordnete nicht nachgeben. Er habe nicht vor, den Amtseid für gewählte Volksvertreter abzuändern, sagte Thein Sein während eines Besuches in Tokio. Suu Kyi müsse selbst entscheiden, ob sie dem Parlament angehören wolle oder nicht. Die bei den Nachwahlen siegreichen Kandidaten von Suu Kyis Partei Nationalliga für Demokratie wollen keinen Eid auf die von ihnen kritisierte Verfassung ablegen.

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EU setzt Birma-Sanktionen aus
DKB - Deutsches Girokonto

23.4.2012

Luxemburg/Naypyidaw - Ein Jahr nach dem Ende der Militärdiktatur hat die EU ihre Sanktionen gegen Birma ausgesetzt. Sie belohnte damit am Montag die demokratischen Reformschritte, die Präsident Thein Sein eingeleitet hat.

Die Regierung in Naypyidaw sah sich indes im Clinch mit der prominentesten Politikerin des Landes: Die frisch gewählte Oppositionsabgeordnete Aung San Suu Kyi verweigert den Amtseid auf die Verfassung und zog deshalb am Montag nicht wie geplant ins Parlament ein. Beide Seiten schalteten in dem Streit zunächst auf stur.

Die EU kündigte ein «neues Kapitel» in den Beziehungen zu Birma an. Ab 1. Mai könne wieder Edelhölzer, Edelsteine und Edelmetalle aus dem südostasiatischen Land in die 27 EU-Staaten eingeführt werden, beschlossen die EU-Außenminister in Luxemburg. Auch Einreiseverbote für 491 einstige Günstlinge der Militärjunta fielen und ihre etwaigen Vermögenswerte in der EU wurden freigegeben. Das Exportverbot für Waffen bleibt aber bestehen.

Die Außenminister forderten weitere Reformschritte in Birma. «Die EU erwartet (...) nach wie vor die bedingungslose Freilassung der noch verbleibenden politischen Gefangenen», schrieben die Minister in einer Erklärung. Deshalb verlängerte sie die Sanktionen auf dem Papier um ein Jahr, setzte sie aber aus. Damit ist es jederzeit möglich, die Maßnahmen rasch wieder in Kraft zu setzen.

Die Freude über die lange geforderte Aufhebung der Sanktionen wurde in Birma durch den Streit über den Amtseid überschattet. Suu Kyi lehnt die Formel für neue Parlamentarier ab, die geloben müssen, die Verfassung zu schützen. Sie will lediglich «Respekt» zum Ausdruck bringen, weil sie im Wahlkampf versprochen hat, sich für eine Verfassungsänderung einzusetzen. Ihr ist vor allem der Paragraf, der dem Militär ein Viertel aller Sitze vorbehält, ein Dorn im Auge. Ohne Amtseid kein Mandat - so blieb sie der ersten Sitzung nach ihrem Wahlsieg bei den Nachwahlen am 1. April fern. 36 weitere siegreiche Kandidaten ihrer Partei Nationalliga für Demokratie (NLD) taten es ihr gleich. «Wir halten nur an unseren Prinzipien fest», sagte NLD-Sprecher Nyan Win.

Eine Lösung des Streits war nicht in Sicht. Präsident Thein Sein zeigte bei einem Besuch in Japan nach Angaben von mitreisenden Journalisten keine Kompromissbereitschaft. «Es ist ihre Entscheidung, wir würden sie im Parlament begrüßen» sagte er. Der Amtseid könne nur vom Parlament selbst geändert werden, meinten Rechtsexperten. Die übermächtige militärnahe Partei USDP blieb aber hart: «Ich habe keine Pläne, die Formulierung zu ändern, das ist keine wichtige Sache», meinte Aung Thaung aus dem Parteivorstand.

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-  Birmas Regierung sucht Gespräche mit Rebellen
-  Partei von Aung San Suu Kyi beantragt Wiederzulassung
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Birmas Regierung sucht Gespräche mit Rebellen
Deutsche Welle - 22/11/11

Nach jahrzehntelangen Kämpfen gegen ethnische Minderheiten in Birma versucht die neue Regierung nach örtlichen Medienberichten jetzt eine Aussöhnung. Transportminister Aung Min habe sich im Grenzgebiet zu Thailand mit Vertretern der aufständischen Shan, Karenni, Karen und Chin getroffen, berichtete die im Exil ansässige Nachrichtenagentur Mizzima. Er habe dabei einen dreistufigen Friedensplan vorgestellt mit Waffenstillstand, Verhandlungen und Entwicklungsplänen für die Gebiete. Birma ist ein Vielvölkerstaat. Rivalitäten und Zankereien unter den Minderheiten dienten dem Militär 1962 als Vorwand für ihren Putsch. Entgegen aller skeptischen Prognosen bemüht sich die neue zivile Regierung seit einigen Wochen um Aussöhnung und Demokratisierung im Land.

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Partei von Aung San Suu Kyi beantragt Wiederzulassung
AFP - 25/11/11

Naypyidaw — Die vor einem Jahr verbotene Partei der birmanischen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, Nationale Liga für Demokratie (NLD), hat ihren Antrag auf eine erneute Zulassung als Partei eingereicht. In der Hauptstadt Naypyidaw übergaben sechs NLD-Vertreter der Wahlkommission die Unterlagen. Der Sprecher der Partei, Nyan Win, sagte, dies sei "der erste Schritt".

In einem zweiten Schritt werde sich dann Suu Kyi selbst der Kommission vorstellen. Die NLD hatte vergangene Woche beschlossen, bei den Nachwahlen in Birma anzutreten, bei denen 48 Parlamentssitze zu vergeben sind. Der NLD zufolge will auch Suu Kyi kandidieren, sie selbst bestätigte dies öffentlich aber noch nicht.

Für ihre Neuregistrierung gab die NLD ihr früheres Logo auf, das einen Bambushut darstellte. Über ein neues Logo entschied die Partei noch nicht. Die NLD war im Mai 2010 verboten worden, nachdem sie zu einem Boykott der ersten Wahlen seit 20 Jahren aufgerufen hatte. Neben Sorgen um den Verlauf der Wahl war der Hauptgrund eine Bestimmung, die teilnehmende Parteien zum Ausschluss inhaftierter Mitglieder zwang. Die NLD hätte daher auch Suu Kyi ausschließen müssen, die damals bereits seit Jahren unter Hausarrest stand. Die NLD war zuvor 1990 als Siegerin aus der Parlamentswahl hervorgegangen, doch hinderte das Militär sie an der Übernahme der Regierung.

Seit der Wahl 2010 leitete die Militärjunta eine vorsichtige Öffnung des politischen Systems ein. Nicht nur ließ sie direkt nach der Wahl Suu Kyi frei, sondern im März gab die Junta offiziell die Macht an eine zivile Regierung unter Präsident Thein Sein ab. Suu Kyi darf sich inzwischen wieder frei bewegen und im Sommer signalisierte Thein Sein bei einem Treffen in Naypyidaw seine Bereitschaft zur Kooperation.

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- Suu Kyi will wohl bei Nachwahlen in Birma kandidieren
- Birma offenbar vor weiterer Freilassung politischer Gefangener
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Suu Kyi will wohl bei Nachwahlen in Birma kandidieren
AFP – 12 November 2011

Rangun — Die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi will offenbar bei den Nachwahlen für einen Parlamentssitz kandidieren. Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie (NLD) kündigte vor einer Sitzung ihrer Führung in Rangun an, sie werde sich vor der Nachwahl wieder als Partei anerkennen lassen. Die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi werde "wahrscheinlich an der Nachwahl teilnehmen", sagte Parteisprecher Nyan Win.

Das Datum für die Nachwahl steht noch nicht fest. Rund 40 Parlamentssitze sind zu vergeben. Suu Kyi war viele Jahre lang die prominenteste Kritikerin der Militärführung ihres Landes. Im März löste sich die Militärjunta auf und übertrug die Macht an eine nominell "zivile" Regierung.

Die NLD ging als Siegerin aus der Parlamentswahl von 1990 hervor, wurde aber damals vom Militär an der Regierungsübernahme gehindert. Suu Kyi verbrachte den Großteil der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest. Kurz nach der Parlamentswahl im vergangenen November, der ersten Wahl seit 1990, wurde sie freigelassen. Suu Kyis NLD hatte die Wahl als unfrei kritisiert und zum Boykott aufgerufen. Sie war daraufhin verboten worden, blieb aber aktiv. Suu Kyi will sich am Montag auf einer Pressekonferenz näher äußern.

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Birma offenbar vor weiterer Freilassung politischer Gefangener
Reuters – 13 November 2011

Nur einen Monat nach der Freilassung Tausender Gefangener will die Führung in Birma offenbar ihre Amnestie ausweiten. Weitere Gefangene würden freikommen, darunter seien voraussichtlich auch wieder politische Häftlinge, sagte ein mit den Vorbereitungen vertrauter Regierungsvertreter am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Einzelheiten zu der neuen Amnestie-Runde würden innerhalb der nächsten zwei Tage geklärt. "Natürlich werden die, die als Häftlinge aus Gewissensgründen bekannt sind, sehr, sehr bald freigelassen und die Übrigen werden in Gefangenenlager in der Nähe ihrer Familien verlegt", sagte der Regierungsvertreter.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Freitag gesagt, es gebe Anzeichen für "echte Veränderungen" in Birma. Falls alle politischen Gefangenen freigelassen und Reformen eingeleitet würden, seien die USA zu einer Partnerschaft bereit. Die neue Amnestie könnte auch die Rolle des weitgehend isolierten Landes auf dem bevorstehenden Ostasien-Gipfel auf Bali stärken. "Es wird dem Präsidenten sicher helfen, sein Gesicht auf dem Gipfel zu wahren", sagte ein asiatischer Diplomat. Daher werde die Amnestie möglicherweise bereits am Montag verkündet, noch bevor Präsident Thein Sein zu dem Gipfel aufbreche. Weiteres Anzeichen für eine Freilassung von Gefangenen ist ein in den staatlich kontrollierten Zeitungen veröffentlichter Brief einer Menschenrechtskommission des Landes, die den Präsidenten zur Freilassung aller rund 500 politischer Häftlinge auffordert.

Erst vor einem Monat hatte das Regime in Birma mehr als 6000 Gefangene - darunter rund 230 politische Häftlinge - in einer Generalamnestie freigelassen. Die Regierung hatte die Amtsgeschäfte im April übernommen und die 49 Jahre währende Militärdiktatur formal beendet. Allerdings gehen in- und ausländische Beobachter von massiven Wahlfälschungen aus und vermuten, dass die Militärs hinter einer demokratischen Fassade weiter die Fäden fest in der Hand halten.

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